Kielfeder
  Eine wundersame Begegnung
 

Eine Wundersame Begegnung

 

„Was ist denn das?“

Erstaunt steckte sie ihre süße Nase in die Luft.

Vor uns in der Luft bewegte sich anmutig ein bunt gemustertes Geschöpf. Es war von solch einer Farbenpracht, dass wir wohl beide vergaßen zu atmen.

„Das ist…“

Weiter kam ich nicht.

Das bunte Etwas hatte sich meiner Freundin doch glatt auf die Nase gesetzt. Es ist ja verständlich, wenn diese Nase sich so sehr anbietet, direkt in der letzten Sonne des Tages liegt und dann auch noch einen flauschig, weichen Rastplatz bietet.

Ich wäre Lolle auch gerne mal auf der Nase herumgetanzt, aber irgendwie hat sie mir diesen Wunsch über genommen…

„Das ist ein Schmetterling.“

Graziös bewegten sich die hauchdünnen Flügel. Ganz langsam, wie um sich von seinem Flug zu erholen, streckte er sie in das warme Sonnenlicht.

„Ein - was?“

„Schmetterling.“

„Also schmettern tut der ja nicht wirklich. Ist das nicht dieses laute Zeug, was die Zweibeiner veranstalten?“

„Ja, eigentlich schon.“

„Warum heißt er dann Schmetterling?“

„Ja weißt du, - das weiß ich auch nicht.“

Ich wollte gerne den Kopf abwenden, konnte meinen Blick jedoch nicht von der atemberaubenden Farbenpracht abwenden.

Lolle bewegte den Kopf und der Schmetterling erhob sich erschreckt in die Luft.

„Jetzt hast du ihn verjagt“ Du hättest dich nicht bewegen dürfen!“

„Was kann ich denn dafür! Ich wollte ihn ja nicht fressen. Warum auch alle Welt immer so misstrauisch sein muss.“

Schmollend trollte sie sich in eine andere Ecke.

Auch ich wollte dem rasch davonfliegenden Schmetterling den Rücken kehren, doch er machte eine etwas unbeholfene Wendung und kam zurück.

„Sieh mal, vielleicht ist er dir ja nicht böse.“

Aufgeregt liefen wir wieder zusammen und beobachteten das flügelschlagende Tier.

„Ach, wie schön. Wenn ich doch auch bloß fliegen könnte. Das muss wunderbar sein. Wind an der Seite, in unbekannten Höhen… Wir müssen unser Leben hier unten mit diesen ganzen Krabbelviechern verbringen!“

Purzel warf einen belustigten Blick auf seine Herzensdame und schleckte ihr aufmunternd über die Nase.

Ein abenteuerlustiges Funkeln blitzte in ihren Augen und sie stellte ihre Ohren auf.

„Also das, das finde ich ja nun doch besser als diesen Flugling!“

Verliebt schmiegten sich die Kaninchen aneinander.






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